Grundschule Herscheid
 

Wir lernen gemeinsam


Unterrichtsformen


Guter Unterricht zeichnet sich für uns dadurch aus, dass verschiedene Unterrichtsformen in einem sinnvoll aufeinander abgestimmten Wechsel stattfinden. So kann den unterschiedlichen Lernprofilen der Kinder Rechnung getragen werden. Abhängig von den jeweiligen Rahmenbedingungen und Themenschwerpunkten werden Unterrichtsformen wie zum Beispiel ein Wochenplan, Werkstattarbeit, eine Lerntheke oder Projektunterricht durchgeführt.

Ein besonderes Augenmerk liegt dabei stets auf dem eigenverantwortlichen und selbstständigen Handeln, sowie der kooperativen Arbeit in Kleingruppen. Somit wird den Kindern ein verantwortungsbewusster und sozialer Umgang miteinander näher gebracht. (siehe auch: pädagogischer Leitgedanke)

Es ist weiterhin Tradition an unserer Schule, dass in regelmäßigen Abständen eine jahrgangsübergreifende Projektwoche durchgeführt wird.

Eine solche Projektwoche steht jeweils unter einem bestimmten Motto. Die einzelnen Kollegen und zum Teil auch Eltern setzen sich unter verschiedenen Schwerpunkten mit einem Thema auseinander. Jedes Kind hat dabei die Möglichkeit je nach Interesse ein Angebot auszuwählen.



Teamarbeit unter Kollegen


Auch unter den Lehrern ist eine intensive Zusammenarbeit gewinnbringend. Das Lehrerkollegium bemüht sich um einen umfangreichen Material- sowie Gedankenaustausch bezüglich verschiedener Themen, wie z. B. Unterrichtsinhalte, Bewertungskriterien, Leistungserziehung. Wichtig erscheinen uns schulinterne Lehrerfortbildungen, um stets über unsere pädagogischen Ideen und Anliegen im Gespräch zu bleiben.

Für Unterrichtsmaterial zu bestimmten Themenbereichen gibt es einen Raum, in dem dieses in Kisten und Ordnern nach Themen geordnet bereit steht. Dieses Material soll weiter ergänzt und in Ordnung gehalten werden. Ein Austausch sollte im Hinblick auf die Qualitätssicherung besonders gründlich in den Jahrgangsstufenteams praktiziert werden.

 


Unterrichtsinhalte


Neben den allgemein verbindlichen Lerninhalten sind an unserer Schule als Schwerpunkte das „Lesen“, die „schulnahe Erkundung verschiedener Lebensräume“ der Herscheider Kinder, die Gesundheitsförderung sowie der „Muttersprachliche Unterricht“ in Türkisch hervorzuheben.

 

Lernschwerpunkt „Lesen“


„Kinder zu Lesern zu machen ist mehr, als sie nur zum Lesen zu befähigen. Es bedeutet, sie zum Lesen zu motivieren, indem der Zugang zu Büchern eröffnet und die Freude am Lesen geweckt wird.“ (Editorial der GSZ 75/1994)

Neben der Vermittlung von Lesen als eine nützliche Fähigkeit, um Informationen zu gewinnen und Mitteilungen zu machen, bietet die GS Herscheid den Kindern unterschiedliche Zugänge zu Büchern an.

Die GS Herscheid ermöglicht den Schülern in Form eines „Lesestübchens“ fördernde und unterstützende Rahmenbedingungen, um möglichst vielen Kindern mit unterschiedlichem Bildungshintergrund positive Bucherfahrungen zu vermitteln. Das Lesestübchen ist kindgerecht mit Lese- und Kuschelecken gestaltet und soll durch die gemütliche Atmosphäre Lesen als etwas Lustvolles und Bereicherndes erfahrbar machen. Die Schülerbücherei verfügt über 1500 Bücher für verschiedene Lesealter und zu unterschiedlichen Themen, die wöchentlich ausgeliehen werden können.

Weiterhin erhält im Rahmen der Leseförderung auch das Vorlesen als ein Baustein einen besonderen Stellenwert. Auch dabei erfahren Kinder Lesen als etwas Schönes und lernen ein breites Spektrum an Kinderliteratur kennen. Jedes Jahr findet an der GS Herscheid ein Lesewettbewerb statt, an dem die vorher ermittelten besten Vorleser /innen jeder Klassen teilnehmen.

Zusätzlich wollen wir Gelegenheiten wahrnehmen, an denen "Große für Kleine" (ältere oder ehemalige Schüler, Eltern, Großeltern,...) aus ihren Lieblingsbüchern vorlesen.


Lernschwerpunkt Sachunterricht:

Schulnahe Erkundung verschiedener Lebensräume


Bezüglich dieses Lernschwerpunktes der Grundschule Herscheid wird Folgendes festgehalten. Die Umgebung der Kinder in Herscheid ist ländlich geprägt Große Teile des Umlandes sind von Waldflächen bedeckt. Deshalb ist es sinnvoll, den Schwerpunkt „Pflanzen und Tiere" im Sachunterricht besonders zu behandeln und dies vor allem im Hinblick auf den Lebensraum "Wald".

Waldgänge werden vom 1. Schuljahr an regelmäßig durchgeführt und gipfeln in den Waldjugendspielen, die seit vielen Jahren mit den Kindern des 4. Schuljahres vor Ort durchgeführt werden. Die Klassenlehrer bereiten zusammen mit dem Förster die „Walderkundung“ vor, führen sie durch und werten die Fragebögen aus.

Seit 1999 wird in Herscheid mit den Schülern der Grundschule ein so genannter "Stöbertag" veranstaltet. An diesem Tag erhalten die Kinder die Möglichkeit, ortsansässige Betriebe zu besuchen und die dort gegebenen Arbeitsbedingungen sowie entsprechende Arbeitsabläufe zu beobachten und in angemessenem Rahmen selbst an diesen teilzunehmen. Die Veranstaltung fand bei den Kindern jeweils großen Anklang und hat ihre Kenntnisse über die Arbeitswelt der Erwachsenen bzw. ihrer Eltern deutlich vertieft. Deshalb liegt es nahe, zu gegebener Zeit den Schwerpunkt „Arbeitsstätten und Berufe“ und damit in Zusammenhang stehende Schwerpunkte wie „Wohnumgebung und Heimatort“ oder „Werkstoff und Werkzeug“ in den Vordergrund des Sachunterrichts zu stellen.



Sexualerziehung

Die schulische Sexualerziehung ist aufgrund der unterschiedlichen Erfahrungshintergründe der Kinder, der Sprachlosigkeit im häuslichen Bereich sowie durch unverarbeitete Eindrücke von Video- und Fernsehkonsum eine schwierige Aufgabe. Ihr Ziel ist es, einen umfassenden, ganzheitlich-personalen Begriff menschlicher Sexualität zu vermitteln. Eine altersgemäße Sexualerziehung soll Schülerinnen und Schülern helfen, ihr Leben bewusst und in freier Entscheidung sowie in Verantwortung sich und den anderen gegenüber zu gestalten. Dabei sollen dem Auftrag des Schulordnungsgesetzes zufolge biologische, ethische, soziale und kulturelle Fragen aufgegriffen werden. Die Lehrer/innen sind verpflichtet, Toleranz und Rücksicht gegenüber unterschiedlichen religiösen und weltanschaulichen Überzeugungen der Eltern zu wahren. Bedenken sind ernst zu nehmen, weil kein Anspruch auf Befreiung vom Unterricht besteht. Das Schulordnungsgesetz gibt vor, dass den Eltern Ziele, Inhalte, Methoden und Medien vorgestellt und mit ihnen beraten werden.

Die Lernprozesse sollen nach Möglichkeit von der Lebenssituation der Kinder ausgehen und die Bedürfnisse der Kinder ihrem Entwicklungsstand entsprechend beachten. Unterschiede in den individuellen Entwicklungen der Kinder machen ggf. eine innere oder äußere Differenzierung nötig. Dabei können auch geschlechtshomogene Gruppen gebildet werden. Bei der Leistungsbewertung bedarf es besonderer Sensibilität und Zurückhaltung.

An unserer Schule werden in den Jahrgängen 1 und 2 die Themenschwerpunkte Familie und andere Formen des Zusammenlebens und Geschlechterrollen behandelt.

In den Jahrgangsstufen 3 und 4 stehen dann die Themen Beziehung und Sexualität, Körper und Sexualität und sexueller Missbrauch im Vordergrund.

Damit ist die Behandlung weiterer Themen je nach aktuellen Situationen oder Fragen und Erlebnissen der Kinder nicht ausgeschlossen.

 

Wir sind eine gesundheitsfördernde Schule

Wesentliche Aspekte der gesundheitsfördernden Schule werden bei uns in Herscheid schon seit langer Zeit berücksichtigt und haben im Schulalltag ihre Bedeutung.

Wir bieten Gesundheitsförderung als bewegungsfreudige Schule:

So wird z. Z. der Schulhof mit seinen bisher eingeschränkten Spielflächen in einen naturnahen Raum umgestaltet mit vielfältigen Bewegungs- und Ruhemöglichkeiten. Dazu wird ein gärtnerischer Bereich geschaffen, den die Kinder selbst pflegen sollen. 

Jedes Jahr finden Sportveranstaltungen wie Fußballturnier, Bundesjugendspiele, u. a. statt, die ihren festen Platz im Schulleben haben.

Wir haben eine enge Zusammenarbeit mit verschiedenen Sportvereinen im Ort.

Wir widmen Projekttage dem Sport mit einem vielfältigen Angebot.

Wir haben regelmäßigen Schwimmunterricht.

Wir nutzen bei gutem Wetter das örtliche Schwimmbad zu Schulveranstaltungen.

Wir nutzen einen kleinen Bolzplatz neben der Schule für Sport und Spiel der vierten Jahrgänge.

Wir haben einen Trimmparcours im schulnahen Wald.

Eine Vielzahl unserer Kinder legt jedes Jahr erfolgreich das Jugendsportabzeichen ab.

Im Winter nutzen wir schulnahe Rodelhänge für Sport und Spaß.

In jedem Jahr wird an der Verkehrssicherheitswoche des Märkischen Kreises teilgenommen. Der erste Jahrgang beschäftigt sich mit Gefahrenpunkten und richtigem Verhalten auf dem Schulweg. Im 2. und 3. Schuljahr werden Radfahrübungen im Rahmen der Verkehrserziehung auf dem Schulhof durchgeführt. Im 4. Schuljahr findet die Radfahrausbildung mit Prüfung statt.

Das ländliche Umfeld bietet vielfältige Möglichkeiten Natur zu erleben, so durch Unterrichtsgänge, Sport in der Umgebung, Waldjugendspiele in Zusammenarbeit mit dem Forstamt, Wanderungen etc.

Neben den sportlichen Aktivitäten legen wir aber auch zusätzlich großen Wert auf:

Regelmäßige Zahnprophylaxe, die in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt stattfindet.

Zur Ich-Stärkung als Suchtprophylaxe wird eine AG angeboten.

Auf gesundes Schulfrühstück wird in unseren Klassen Wert gelegt.

Wir tragen Pantoffeln o. ä. in den Klassenräumen, um ein gesundes Raumklima zu fördern.



Diese Auflistung ist nicht vollständig, da jeder Unterrichtende darüber hinaus seine eigenen Schwerpunkte setzt.

Dass unsere Kinder durch das vielfältige Bewegungsangebot gesund bleiben, zeigt ein relativ geringer Krankenstand innerhalb der Schülerschaft.

 


 

Muttersprachlicher Unterricht in Türkisch

Seit nunmehr 25 Jahren wird an der Grundschule Herscheid Muttersprachlicher Unterricht in Türkisch angeboten. Die Teilnahme an diesem Unterricht ist freiwillig.

Der Unterricht wird klassen- und jahrgangsübergreifend durchgeführt.

Dies ist sowohl organisatorisch als auch vom Gedanken des „vertrauten Miteinanders“ über die Klassenstufen hinweg sinnvoll und effizient.

Die Türkisch-Stunden liegen teilweise parallel zu den Religions- und Förderstunden oder auch zusätzlich zum Klassenstundenplan, so dass die Kinder in dieser Zeit keinen verbindlichen Unterrichtsstoff verpassen.

Vorrangige Aufgabe des Muttersprachlichen Unterrichts ist es, die von den Kindern mitgebrachte natürliche Mehrsprachigkeit zu erhalten und zu vertiefen. Die mündliche und schriftliche Handlungsfähigkeit in der türkischen Sprache soll systematisch weiter entwickelt werden.

Am Ende der Grundschulzeit sollen sich die Kinder in Alltagssituationen verständigen, einfache erzählende, berichtende und informierende Texte verfassen und zum Zweck der Unterhaltung und Informationsentnahme Texte lesen und verstehen können.

Die Erst- und Zweitklässler bekommen am Ende des Schuljahres eine Teilnahmebescheinigung, die Dritt- und Viertklässler erhalten am Ende eines jeden Halbjahres ein Zeugnis, das mit einer Zensur abschließt.

Herr Kutlay, der die türkischen Kinder zur Zeit unterrichtet, steht mit den jeweiligen Klassenlehrern der Kinder in ständigem Kontakt und wird in pädagogische Entscheidungen einbezogen.

Bei Elterngesprächen steht er Lehrern und Eltern als Dolmetscher und Berater zur Seite. Hierdurch wird das Verhältnis der türkischen Eltern zu den deutschen Lehrern positivverstärkt, Missverständnissen vorgebeugt und das übergeordnete Ziel des Muttersprachlichen Unterrichts konkret umgesetzt, nämlich soziokulturelle Unterschiede und Gemeinsamkeiten bewusst wahrzunehmen und zu verarbeiten.







Erarbeitung und Erprobung eines individuellen Förderkonzepts

Allgemeine Organisation


Wir fördern im Rahmen unserer Möglichkeiten alle Kinder nach ihren Stärken und Schwächen.

Organisatorische Formen der Fördermaßnahmen sind die innere und äußere Differenzierung. Bei der inneren Differenzierung fördern wir die Schüler innerhalb der Klasse im regulären Unterricht. Hier können die grundlegenden Ziele auf unterschiedlichem Niveau, in unterschiedlichen Zeiten und auf unterschiedlichen Wegen erreicht werden. Bei der äußeren Differenzierung können in Kleingruppen oder Einzelunterricht die Fördermaßnahmen intensiviert werden. Verschiedene Klassenräume werden durch eine spezifische Ausstattung und entsprechender Materialien zu speziellen Förderräumen, in denen Kleingruppen in den später noch ausgeführten Förderbereichen unterrichtet werden können.

Feststellung des Förderbedarfs vor der Einschulung

Sprachstandserhebung/ Vorschulische Förderung

Die Grundschule Herscheid nimmt diesen Aspekt vor den folgenden Fördermaßnahmen sehr ernst.

Durch die Sprachsstandserhebung während des Einschulungsverfahrens erfährt die Schulleitung, welche angehenden Schulkinder des zukünftigen ersten Schuljahres Defizite in der gesprochenen deutschen Sprache haben.

Im Sinne einer gelungenen Integration ausländischer oder zugewanderter Kinder ist es demzufolge erforderlich, die Sprach- und Ausdrucksfähigkeit zu fördern. Auf diese Weise haben die Kleinen bei entsprechenden Lernfortschritten die Chance nicht von vornherein durch sprachliche Defizite in der Schule benachteiligt zu werden.

Schwerpunkte der Förderung sind:

Erweiterung des deutschen Sprachwortschatzes,

Sicherung des vorhandenen Wortschatzes,

Mündliche Anwendung grammatikalischer Gesetzmäßigkeiten.

Themen- und Inhaltsbereiche entsprechen dem vorschulischen Alter der Kinder und bauen z. T. aufeinander auf. Die methodische und mediale Gestaltung der Stunden berücksichtigt sehr stark spielerische Elemente und einen aktuellen Bezug zur Lebenswelt.

Die Struktur der einzelnen Unterrichtseinheiten ist vielfach durch drei inhaltliche und eine reflektierende Einheiten gekennzeichnet. Während Sprachziel, Methodik und Materialien den inhaltlichen Teil bestimmen, bildet ein Gespräch im Sitzkreis am Ende der Stunde ein reflektierendes Element.

Neben der reinen Sprachvermittlung erfahren die Kinder gleichzeitig in Ansätzen bereits elementare Regeln und Rituale in Bezug auf das Verhalten in der Schule. Miteinander, Zusammenarbeit und Regelverhalten können spielerisch vermittelt werden.

(siehe auch: Förderung von Kindern mit Migrationshintergrund)

 

Diagnoseparcours (Schuleingangsdiagnostik)

Nach dem neuen Schulgesetz soll unter dem Motto „erfolgreich starten“ eine frühere und individuellere Förderung des einzelnen Kindes erreicht werden, und zwar mit dem Ziel, dass am Ende der Schuleingangsphase (Ende 2. Schuljahr) die Anforderungen der Richtlinien und Lehrpläne in den Fächern erreicht werden, auch bei Kindern mit Entwicklungsverzögerungen.

Um schon vor oder spätestens bei der Einschulung Schwächen und Stärken der Kinder zu erkennen, ist es sinnvoll mit Hilfe einer Schuleingangsdiagnostik, dem Diagnoseparcours, den Ist-Zustand zu ermitteln. Diese Schuleingangsdiagnostik findet statt im Frühjahr. Dann verfügt der Lehrer bei der Einschulung über einen aktuellen Ist-Zustand. Bei dem Diagnoseparcours ist das ganze Kollegium involviert, da das Verfahren sehr aufwändig ist. Die Kinder durchlaufen in einzelnen Räumen verschiedene Stationen, wobei der Parcours so gestaltet wird, dass er von den Kindern als Spiel (Wir spielen Schule.) aufgefasst wird. Es entsteht kein Druck.

Deshalb wird der Parcours abwechslungsreich aufgebaut, so dass die Kinder über einen längeren Zeitraum motiviert und konzentriert teilnehmen können. Bei der Eingangsdiagnostik werden die Bereiche Wahrnehmung, Motorik, Kognition und Sprache überprüft. Dabei werden Teilleistungen gesehen, die die Grundlagen bilden, auf denen später das Lesen, Schreiben, Rechnen aber auch das Verhalten basieren.

Die Ergebnisse werden schriftlich festgehalten und an die zukünftigen Klassenlehrer ausgehändigt. Alle Unterlagen werden gesammelt und später auch mit den Förderplänen abgeheftet. So dient der Diagnoseparcours nicht der Selektion, sondern der Förderdiagnostik. Die Ergebnisse bieten einen konkreten Förderansatz und bilden die Grundlage für die Erstellung differenzierter Förderpläne. Stellen sich gravierende Schwächen des Kindes in Teilbereichen heraus, wird ein Gespräch mit den Eltern geführt. Die Eltern bekommen Ratschläge zur eigenen Förderung ihrer Kinder oder es wird ihnen außerschulische Hilfsmöglichkeiten aufgezeigt. Sind keine Auffälligkeiten bei den Kindern erkennbar, ergeht keine Mitteilung an die Eltern. Am ersten Elternsprechtag erhalten die Eltern Gelegenheit, sich über die Ergebnisse ihrer Kinder beim Diagnoseparcours zu informieren.

 

Feststellung des Förderbedarfs nach der Einschulung

Gezielte Beobachtung der Erstklässler und Erstellung individueller Förderpläne

Eine individuelle Förderung kann im gesamten Klassenverband nur eingeschränkt erreicht werden. Ideal ist es, den Unterricht zweimal pro Woche jeweils für Gruppen von Kindern vorwiegend aus den Jahrgängen 3 und 4 eine Stunde später beginnen zu lassen. Das eröffnet uns die Möglichkeit einer gezielten Beobachtung in den Jahrgängen 1 und 2 in den ersten 6 Schulwochen durch Lehrerteams, deren Feststellungen die Basis für gezielte Einzel- und Kleingruppenfördermaßnahmen sind.

Die Beobachtungen werden schriftlich festgehalten; daraus entwickeln sich die Förderpläne für einzelne Kinder je Klasse und Jahrgang; Ausweitungen auf andere Schülerinnen und Schüler folgen später. Die Einzelförderung erfolgt bis zum Ende des ersten Halbjahres. Im zweiten Halbjahr können eine weitere Beobachtungs- und Testphase 4 Wochen im Team durchgeführt und Einzelförderpläne erstellt werden. Zusätzlich findet eine äußere Differenzierung in Kleingruppen statt, die besondere Aspekte der Wahrnehmung und Motorik berücksichtigt. Die zusätzlich notwendigen Lehrerstunden können in diesem sowie im ersten Beobachtungszeitraum durch eine verspätete Aufnahme von Arbeitsgemeinschaften geschaffen werden.

In den Jahrgängen 3 und 4 kann nach einer Erprobungsphase diese Art der individuellen Förderung ebenfalls aufgegriffen werden. Zunächst erhalten diese Jahrgänge differenzierten Förderunterricht in Form eines Förderbandes je Jahrgang. Des weiteren bieten die Klassenlehrer mindestens eine flexible Förderstunde pro Woche und Klasse an, die die Kinder nach eigener Einschätzung und Beratung durch Fach- und Klassenlehrer wählen können.

Mit dem Förderunterricht nach den Herbstferien beginnt auch die Einzelförderung in den Jahrgängen 3 und 4 anhand von Förderplänen. Im zweiten Halbjahr wird im gleichen zeitlichen Rahmen ebenso verfahren.


Die Erfahrungen, die wir mit diesem Konzept sammeln werden, müssen nach Ablauf von zwei Schuljahren evaluiert werden, um eventuell organisatorische oder inhaltliche Mängel noch beheben zu können, um so zu einer optimalen individuellen Förderung aller Kinder zu gelangen.

 

Fördermaßnahmen in den Förderbereichen der Erstklässler 

Schriftspracherwerb

Schreibförderung

Die Schreibentwicklung vollzieht sich in verschiedenen Stufen.

Bei Eintritt in die Schule befinden sich die meisten Kinder in der phonetischen Phase, sie orientieren die Lautanalyse an der Lautierung der Umgangssprache. In den ersten beiden Schuljahren entwickeln sie ein Gespür dafür, dass die Schreibung der Wörter neben der Bestimmung durch die allgemeine Laut-Buchstaben-Zuordnung außerdem noch durch weitere orthografische Regelmäßigkeiten beeinflusst wird.

Dieser Entwicklungsprozess vollzieht sich allmählich. Die Zeiten, die einzelne Kinder dafür brauchen, sind verschieden.


Ein Anfangsunterricht im Schreiben, der für alle Kinder Erfolg versprechend sein und allen das Lernen ermöglichen soll, muss berücksichtigen


Üben:

Ohne Übungsbereitschaft ergibt sich kein Übungserfolg.

Das Ergebnis eines Erfolgs weckt neue Übungsbereitschaft.

Das Üben in sinnvollen Zusammenhängen ist erfolgreicher.

Von der Klarheit und Intensität des ersten Eindrucks hängt das Behalten ab.

Das durch Selbsttätigkeit Erworbene wird eher behalten.

Ein Übungseffekt wird durch Wiederholungen gesichert, dabei sollte eine verteilte Wiederholung im Vordergrund stehen und Lernstoff in neuen Situationen angeboten werden:

Übungen sollten in abwechslungsreicher Gestaltung erfolgen.

Die verschiedenen Vorstellungstypen der Kinder - visuell,akustisch, motorisch - werden berücksichtigt.

Auftretende Fehler beim Üben müssen sofort korrigiert werden. Beim Üben sollte der Entwicklungsstand des einzelnen Kindes berücksichtigt werden.

Übungsfähigkeit und –festigkeit nehmen mit zunehmendem Alter ab.


Entscheidend für eine individuelle Rechtschreibförderung ist eine Fehlerdiagnose. Zum Beispiel können Aufzeichnungen in einem Beobachtungsbogen gezielt den Fehlertyp aufzeigen und somit zu spezieller Förderung führen.


Die Schreibförderung in unserer Schule basiert auf diesen Informationen durch Fehlerdiagnose.

Entsprechend der Vielfältigkeit der Fehlertypen wird mit ausgewählten Materialien gearbeitet:



Der Erwerb der Schreibfähigkeit hängt sehr eng mit dem Erwerb der Lesefähigkeit zusammen. Sie bedingen sich gegenseitig.

 

Leseförderung

Die Fähigkeit sinnentnehmend zu lesen ist überaus wichtig für die Aneignung von Wissen. Das Lesenlernen kann einem Kind nicht „beigebracht“ werden. Es muss selbst Einblick in die Schriftsprache bekommen und Lesestrategien entwickeln. Wir können dem Kind nur hilfreiche und gezielte Übungen anbieten und es vor allem zum Lesen motivieren, denn Lesen lernt man nur durch Lesen.


Im Anfangsunterricht steht das Lesen im engeren Sinn – das Erlernen der Lesetechnik – zunächst im Vordergrund. Dabei wird das Augenmerk mehr und mehr auf die Sinnentnahme des Gelesenen gerichtet. Das gestaltende Vorlesen ist letztendlich die Hochform des Lesens. Es setzt die Lesetechnik und die gleichzeitige Sinnentnahme voraus.


Beim Erlernen der Lesetechnik werden im Wesentlichen die folgenden drei Stufen / Strategien unterschieden:

- logografische Strategie

(Das Kind hat noch keine Einsicht in den Zusammenhang zwischen gesprochener und geschriebener Sprache, sondern merkt sich Wörter auswendig an visuellen Merkmalen.)

 

- alphabetische Strategie

(Der Zusammenhang zwischen gesprochener und geschriebener Sprache wird erkannt. Das Kind kann auch unbekannte Wörter erlesen, öfter jedoch mit der falschen Betonung, so dass die Sinnentnahme nicht oder verspätet stattfindet.)


- orthografische Strategie

(Größere funktionale Einheiten wie Silben, Morpheme und häufig vorkommende Wörter werden „auf einen Blick“ erkannt.)


Die Aufgabe der Schule (des Förderunterrichts) besteht darin, dem Kind Lernanreize zu bieten und dadurch die Einsichten in die verschiedenen Strategien zu ermöglichen bzw. zu fördern. Dazu ist zunächst die genaue Lesediagnostik wichtig, um dem Kind gezielte Übungen anbieten zu können.

Im Folgenden werden beispielhaft einige Übungsangebote aufgeführt, die in der Leseförderung gezielt eingesetzt werden. Dabei kommt „Lesespielen“ ein hoher Stellenwert zu, da sie das Kind motivieren und das Üben abwechslungsreich gestalten.


Übungsangebote:

  1. Buchstabenmemory

  2. Buchstabendomino

  3. Wortsuchspiele

  4. Selbstständiges Aufschreiben von lautgetreuen Wörtern

Hier wird die Laut-Buchstaben-Beziehung geübt und somit die Lesesynthese gefördert.

  1. Lesetexte in Silbengliederung

  2. Übungen zum selbstständigen Segmentieren

  3. Lesepyramiden

  4. Silben-Schnipp-Schnapp- Spiel

Hier wird das Segmentieren der Wörter geübt und somit die orthographische Strategie gefördert.



Hier wird das sinnentnehmende Lesen gefördert und die Lesemotivation gestärkt.

(siehe auch: Lernschwerpunkt Lesen)



Förderung der Wahrnehmung

Schülern und Schülerinnen fällt es zunehmend schwer, sich über einen längeren Zeitraum zu konzentrieren, Sinnesreize zu differenzieren und wichtige Informationen von unwichtigen zu unterscheiden. Funktionieren diese Teilleistungen nur unzureichend, so können Lernschwierigkeiten als Teilleistungsschwächen und/oder Verhaltensstörungen die Folge sein.


Isoliert gesehen handelt es sich um folgende Bereiche der Wahrnehmung:

Die Haut nimmt Berührungen, Druck, Temperatur, Schmerz und Vibration über den Tastsinn wahr. Bei Störungen werden Reize nur ungenau wahrgenommen und nur schlecht lokalisiert. Durch die taktile Wahrnehmung gelingt es, Formen, Größen, Oberflächenbeschaffenheiten und Temperaturen zu erkennen und zu unterscheiden. Dies ist u.a. wichtig für die Entwicklung eines Körperschemas und der räumlichen Zuordnung. Taktile Formeindrücke werden später in visuelle Vorstellungen übersetzt, z.B. beim Erkennen von Buchstaben.

Geeignete Übungen: Tastsack gefüllt mit unterschiedlichen Gegenständen, Spiele zur Körper- und Raumwahrnehmung wie Hampelmann und Bildhauer, Achterschleifen, Überkreuzhüpfen, Bewegungslieder, Geräusche suchen usw.

Die visuelle Wahrnehmung wird oft als Wichtigste für die Orientierung in der Umwelt gesehen. Sie ermöglicht Helligkeiten, Größen, Formen und Farben wahrzunehmen und zu unterscheiden. Auch Auge-Hand-Koordination ( das Auge leitet die Hand) und Formkonstanz (große und klein gedruckte Buchstaben werden als dieselben erkannt oder optisch ähnlich aussehende Buchstaben werden unterschieden) und Figur-Grund-Wahrnehmung ( z.B. beim Lesen nicht die Stelle verlieren) gehören dazu.

Geeignete Übungen: Sortieren von Gegenständen, Wuselbilder, Fehlersuchen bei zwei fast gleichen Bildern, Puzzle, Bildpaare finden usw.


     Der Hörsinn ermöglicht Geräusche, Töne und Laute zu empfangen, zu verarbeiten, zu identifizieren und

     darauf zu reagieren. Schwierigkeiten haben Kinder oft beim Erkennen der Richtung aus der das Geräusch

     kommt, beim Abschätzen von Entfernungen und bei raschen Ortsveränderungen der Geräuschquelle. Dabei ist

     die Hörleistung eines Kindes auch von seiner Aufmerksamkeits- und Merkspanne abhängig. In der Klasse muss

     der Schüler wichtige von unwichtigen Geräuschen unterscheiden, in einzelnen Wörtern Laute erkennen und

     beim Lesen und Schreiben die Reihenfolge von Lauten einhalten.

Geeignete Übungen: Spiele zum Heraushören wie Namensweg, Wörter in Geschichten finden und darauf reagieren, Verkehrte Welt, Such das Geräusch in der Klangstraße, Wortpaare, usw.

 

Förderung der Motorik


Die Entwicklung der Motorik ist im Zusammenhang mit der Wahrnehmung von entscheidender Bedeutung für die Herausbildung lebenswichtiger Fähigkeiten von Kindern. So stellt Wahrnehmung-Bewegung bzw. Sensomotorik die erste Dialogsprache des Kindes dar, die Emotionen und Beziehungen zu Mitmenschen zum Ausdruck bringt, und ist damit eine unverzichtbare Grundlage sozialen Handelns. Sensomotorik unterstützt die Aneignung von vielfältigen Kompetenzen und Erfahrungen, die zur Lebensbewältigung notwendig sind, z. B. elementare Alltagskompetenzen für Arbeits-, Lern- und Leistungsverhalten (Ausdauer, Konzentration, Zielstrebigkeit). Zudem spielt Sensomotorik eine maßgebliche Rolle im Erwerbsprozess der Kulturtechniken (Lesen, Schreiben, Rechnen).


Für eine effiziente Förderung ist zunächst eine eingehende Diagnose individueller Kompetenzen bei den Lernanfängern erforderlich. Im Bereich der Motorik soll das im Auftrag der Stadt Gelsenkirchen entwickelte Konzept zur Feststellung der Schulfähigkeit als Grundlage genommen werden. Dieses wird ergänzt durch entsprechende Ausführungen von Klaus Balster und Frank Schilf, die ein Instrumentarium zur Feststellung von Kompetenzen bei 5- bis 12-jährigen Kindern entworfen haben.

Laut der „Motorischen Entwicklungsübersicht“ von Balster und Schilf verfügt ein eingeschultes Kind über folgende Bewegungsfertigkeiten:



Eine Überprüfung dieser Fertigkeiten erlaubt eine erste Einschätzung im Hinblick auf eventuell vorhandene Defizite. Wenn solche festgestellt werden, kann eine eingehendere Untersuchung vorgenommen werden, wozu die detaillierten „altersvergleichenden sensomotorischen Entwicklungsübersichten“ von Blaster und Schilf hilfreich sind. Sie gliedern sich in folgende Teilbereiche:



Nach Feststellung bestimmter Defizite werden dann in Anlehnung an Balster in seinem Werk „Kinder mit mangelnden Bewegungserfahrungen“ entsprechende Maßnahmen der Förderung durchgeführt. Auf Grund der Detailfülle sollen die möglichen Maßnahmen an dieser Stelle nicht vollständig dargelegt, sondern an einem Beispiel verdeutlicht werden.

Im Falle von Gleichgewichtsstörungen bieten sich folgende Übungen an:


Bänke werden im Raum so aufgestellt, dass sie verschiedene Unterstützungs- flächen zum Balancieren bieten. Die Kinder probieren, auf allen stabilen Flächen ihren Gleichgewichtszustand zu sichern.

Es werden verschiedene Wippen aus Bänken und unterschiedlichen hohen Kästen/Kastenteilen und Turnmatten aufgebaut. Die Kinder probieren, auf allen labilen Flächen ihren Gleichgewichtszustand zu sichern.

Es stehen den Kindern vielfältige rollende Geräte (z.B. Pedalos oder Roll-bretter) zur Verfügung. Die Kinder probieren, auf den Geräten ihren Gleichgewichtszustand zu sichern.

Die Kinder laufen oder hüpfen durch den Raum. Auf ein Signal probieren sie, schnellstens stehenzubleiben und ihren Gleichgewichtszustand zu sichern.

Es liegen vielfältige Materialien auf dem Boden. Die Kinder probieren, die Materialien sicher durch den Raum zu transportieren bzw. balancieren und dabei den Gleichgewichtszustand zu sichern.




Die Kinder laufen durch den Raum. Zwei oder drei Kinder rollen Reifen durch den Raum, und die anderen Kinder versuchen, den Reifen schnell auszuweichen und dabei den Gleichgewichtszustand zu sichern.





Förderung besonders begabter Kinder


Besonders begabte Kinder müssen sich an Anforderungen messen, bei denen sie ihre Fähigkeiten voll ausschöpfen können und die ihnen auch Anstrengungen abverlangen. Sich intensiv mit einer Sache auseinander zu setzen und um Lösungen ringen; diese Erfahrungen müssen sie auch machen. Durch permanentes nicht Herausfordern gewinnen sie einen falschen Eindruck von ihrer Leistungsfähigkeit und bleiben schließlich hinter ihren Möglichkeiten zurück.

Um eine optimale Passung im Unterricht zu erreichen, müssen differenzierte Lernangebote für besonders begabte Schüler eine Anreicherung der Lernumwelt beinhalten. Die Aufgaben sollen die Denkfähigkeiten, Wissensstrukturen, Arbeitsverfahren und Lernstrategien bei der Bewältigung komplexer Aufgaben von besonders begabten Schülern ansprechen. Echte Herausforderungen sind komplexe Aufgabenstellungen, die der Begabungsstruktur gerecht werden. Ein Vorgriff auf Lerninhalte höherer Jahrgangsstufen ist nur sinnvoll, wenn eine Jahrgangsstufe übersprungen werden soll.


Dem besonderen Lernverhalten und Interesse begabter Schüler soll durch spezifische Fördermaßnahmen Rechnung getragen werden. Neben einem differenzierenden und individualisierenden Unterricht (innere Differenzierung) soll dazu ein an Schülerinteressen orientiertes Zusatzprogramm beitragen.


Maßnahmen im Vorfeld des Unterrichts

(siehe auch: vorschulische Förderung, Förderung von Kindern mit Migrationshintergrund)




Fördermaßnahmen im Rahmen der Unterrichtsgestaltung (Innere Differenzierung)

- Gewährung von Freiräumen für besondere Lerninteressen

- Gewährung von Spielraum bei der Entwicklung von Arbeitsstrategien

- Selbstständigkeit beim Umgang mit Materialien


Zusatzangebot

Beispiele für mögliche Unterrichtsinhalte in zusätzlichen Stunden für besonders begabte Kinder können sein (vgl. HomoSuperSapiens, BMW AG):

Deutsch

Handlungs- und produktionsorientierte Auseinandersetzung mit anspruchsvoller Kinderliteratur (z.B. I. Korschunow: „ Der bunte Hund, das schwarze Schaf und der Angsthase) kreatives Schreiben (zu Fotos, Kunstdrucken, eigene Haikus verfassen usw.)

Mathematik

- die Geschichte der Mathematik (verschiedene Zahlensysteme, bekannte Mathematiker usw.)

- thematische Denkschulung (Zahlenfolgen, Vertiefung von Einsichten in die dezimale Struktur unseres Zahlensystems, Klecksund Buchstabenaufgaben usw. )

- Geometrie (vertiefte Auseinandersetzung mit Flächenformen, räumlichen Beziehungen, Symmetrien, geometrische Körper bauen usw.)


Sachunterricht

- Experimentierkurse

- Themen wie Zeit, Astronomie, Weltraumforschung, Naturschutz usw.

- Kulturgeschichte, Archäologie, Paläontologie

- Philosophieren (z.B. über die eigene Identität, die Zukunft, Gott usw.)

- Landeskunde interessanter Länder


Kreativer Umgang mit Medien, z.B. dem Computer

- Layoutgestaltung bei Plakaten

- Herstellung einer Wandzeitung

- Verfremden von Bildern


Wettbewerbe

z.B. die Teilnahme an der Mathematik - Olympiade für Grundschüler in NRW



Administrative Möglichkeit der Förderung:



Förderkonzept für Schüler/Innen mit Migrationshintergrund


Vorbemerkung: Die Grundschule Herscheid hat ein sehr umfangreiches und detailliertes Förderkonzept erstellt, in dem alle verschiedenen zu fördernden Kinder mit geeigneten Materialien aufgenommen sind. Daher fallen die Ausführungen zu den Schüler/Innen mit Migrationshintergrund recht knapp aus, die entsprechenden Verweise leiten zu den ausführlichen Aussagen.

Die Grundschule Herscheid führt seit nunmehr drei Jahren regelmäßig bei der Schulaufnahme Sprachstandserhebungen nach standardisierten Tests durch.

Der darauf aufbauende Sprachförderunterricht zielt auf die konsequente Förderung innerhalb der festgestellten Problemfelder.

(vgl. Schulprogramm: Vorschulische Förderung )


Ungefähr ein halbes Jahr vor der Einschulung findet bei uns ein Parcour statt, der neben motorischen, kognitiven, auditiven und Wahrnehmungsdefiziten auch Sprachprobleme deutlich werden lässt und die Gewähr für eine sofortige gezielte Förderung einzelner Kinder mitSchuleintritt ist. Diese Förderung findet neben dem Unterricht kontinuierlich statt und hat nach weiterer Überprüfung eine Fortschreibung oder Veränderung oder Aufhebung zur Folge.

(vgl. Schulprogramm: Förderkonzept )


Im Unterricht werden folgende methodischen und organisatorischen Maßnahmen regelmäßig eingesetzt. Stundenbeginn im Morgenkreis, gemeinsame Lieder, offene Unterrichtsformen, ... , Maßnahmen, die sowohl deutschen als auch ausländischen Kindern zu selbstorganisierten Lernerfolgen verhelfen.


Die Kollegen halten regelmäßige Kontakte zu den Eltern der Kinder mit Migrationshintergrund. Dabei ist auffällig, dass häufig jeweils ein Elternteil nicht deutsch spricht. Hilfsangebote für zu Hause richten sich dann u.U. gleichzeitig auch an die Eltern zum Üben.


Die Grundschule Herscheid kooperiert intensiv und bereits längerfristig mit den ortsansässigen Kindertageseinrichtungen. Die dort stattfindenden Fördermaßnahmen werden besprochen und erfahren in der Schule eine sinnvolle Fortführung.


Wir halten regelmäßig Rücksprachen mit Klassen- und Fachlehrern und verändern die Gruppenzusammensetzungen in entsprechender Weise.

(vgl. Schulprogramm: Förderkonzept)


Da fast alle Kinder mit Migrationshintergrund in der Grundschule Herscheid gut integriert sind und keine besonderen Sprachprobleme bestehen, sehen wir in diesem Bereich bei uns zur Zeit keinen vordringlichen Fortbildungsbedarf. Eine Kollegin, die vorher lange Jahre an einer Schule mit hohem Ausländeranteil tätig war, verfügt über viel Fördermaterial und kann Anregungen an das Kollegium weitergeben. Eine andere Kollegin hat ebenfalls eine umfangreiche Fortbildung in diesem Bereich mitgemacht. Zu erwägen sind daher SchiLF-Maßnahmen.



 


Leistung und Leistungsbewertung


In der Grundschule Herscheid wurde (auch schon vor der PISA-Studie) und wird der Leistung von Schülern und Lehrern ein hoher Stellenwert beigemessen.


Die Lehrer unterstützen die Kinder bei der Entwicklung ihrer individuellen Leistungsfähigkeit durch

- Gestaltung vielfältiger motivierender Lernsituationen

- Beobachtung individueller Lernprozesse

- angemessene Hilfestellungen

- Ermutigung zur Leistung

- Anerkennung des Geleisteten

- Schaffung eines sozialen Klimas in den Klassen, in dem sich jedes Kind sowie die Lehrperson mit seinen Stärken und Schwächen angenommen fühlt und jeder mit Wertschätzung behandelt wird. Wir wollen weder einen leistungsfixierten „Paukunterricht“ noch einen leistungsindifferenten „Laissez-faire-Unterricht“, der keine Ansprüche setzt.


Leistungsbewertung


Im Rahmen des vielschichtigen Lernens in der Grundschule gibt es Leistungsziele, die sich der Messbarkeit entziehen. Trotzdem wollen und müssen wir die Kinder behutsam an Leistungsvergleiche und -bewertungen heranführen.




Im ersten Schuljahr

Im 1. Schuljahr werden die Kinder langsam vertraut gemacht mit Leistungsüberprüfungen durch

- die Kontrolle von Hausaufgaben

- eigenes Überprüfen schriftlicher Arbeiten

- Nachsehen und Korrigieren durch den Lehrer oder die Mitschüler.


Hier stehen motivierende "Dosendiktate", "Schleichdiktate", Rechenspiele und Aufgaben im Vordergrund, die ohne einen Leistungsdruck gern von den Kindern erledigt werden, die ihnen aber schon eine gewisse Vergleichbarkeit mit den Leistungen anderer Kinder ermöglichen.

 

Am Ende des ersten Schuljahres werden die Leistungen der Kinder in einem Bericht ohne Noten beschrieben

Hier werden Aussagen über

- die Entwicklung im Arbeits- und Sozialverhalten

- die individuelle Lernentwicklung und

- den Leistungsstand in den einzelnen Fächern gemacht.

 

Die Zeugnisse werden im Rahmen eines Elternsprechtages übergeben.

 


Im zweiten Schuljahr


Im 2. Schuljahr werden nach erarbeiteten Lerneinheiten angemessene Lernzielkontrollen geschrieben. Die erste dieser Arbeiten wird nicht mit einer Note, sondern mit der Fehlerzahl und mit einer ermutigenden Betonung der richtig gelösten Aufgaben bzw. der richtig geschriebenen Wörter und eventuellen Korrekturhilfen versehen. Ab der zweiten Arbeit erhalten die Kinder neben dem Kommentar auch Zensuren.

Am Ende des zweiten Schuljahres bekommen die Kinder ein Zeugnis, das Noten zum Arbeits- und Sozialverhalten und zu den einzelnen Fächern beinhaltet. 

 

 

Im dritten Schuljahr


Im 3. Schuljahr werden Klassenarbeiten in Mathematik und Deutsch geschrieben, die durch die vorherigen Unterrichtseinheiten gründlich vorbereitet werden. Die Klassen- bzw. Fachlehrer der 3. Schuljahre führen in Mathematik und Deutsch eine gemeinsame Unterrichtseinheit durch.

Im 3. Schuljahr enthalten sowohl das Halbjahreszeugnis als auch das Zeugnis am Ende des Schuljahres Noten zum Arbeits- und Sozialverhalten und zum Leistungsstand in den einzelnen Fächern .


Grundlage für die Zensuren in den einzelnen Fächern sind

- die mündliche Mitarbeit im Unterricht

- die Qualität häuslicher Arbeiten sowie

- schriftliche Leistungsnachweise in den Fächern Mathematik und Deutsch


Im vierten Schuljahr


Im 4. Schuljahr werden zwar ebenfalls alle schriftlichen Leistungsnachweise eingebettet in Lerneinheiten, zielen aber im Laufe des Jahres mehr und mehr auf die Anwendung erlernter Regeln und Lösungsstrategien bei nicht bekannten Texten und Aufgaben ab.


Die beiden Zeugnisse im 4. Schuljahr enthalten nur Noten . Die Bewertung des Sozialverhaltens bezieht sich hier auf die Kompetenzbereiche Verantwortungsbereitschaft, Konfliktverhalten und Kooperationsfähigkeit; die Bewertung des Arbeitsverhaltens auf die Kompetenzbereiche, Leistungsbereitschaft, Zuverlässigkeit und Sorgfalt sowie Selbstständigkeit. Zusätzlich enthält das Zeugnis des 1. Halbjahres eine begründete Empfehlung für den Besuch von weiterführenden Schulformen.

 

In den Jahrgängen 3 und 4 haben die Eltern die Gelegenheit, bei Bedarf Rücksprache mit den Klassenlehrern zu halten.



 


Neue Medien


An unserer Schule sollen die Kinder an einen bewussten Umgang mit den verschiedenen Medien herangeführt werden.

Es wurde ein Computerraum eingerichtet, der mit ca. 12 Arbeitsplätzen ausgestattet ist. Einmal in der Woche findet für Schüler der Jahrgänge 3 und 4 eine Computer-AG statt. Zusätzlich geht jede Klasse in Kleingruppen einmal wöchentlich in den Computerraum, um dort mit der vorhandenen Lernsoftware zu arbeiten.

Die Schule verfügt über eine schuleigene Homepage, die fortwährend aktualisiert wird. Jede Klasse hat hier die Möglichkeit, sich selbst vorzustellen und über verschiedene Klassenaktivitäten zu berichten. Anstehende Termine und aktuelle Schulprojekte werden dokumentiert und viele interessante Informationen zu unserer Schule gegeben.

 

Bei der Arbeit mit dem Computer werden folgende Inhalte und Themenfelder behandelt:

    1. Computer kennen lernen (Geräte, Tastatur, Maus, Überblick über Anwendungsmöglichkeiten)

    2.Maustraining

-Umgang mit der Maus (Förderung der computerspezifischen motorischen Anforderungen)

-Bilder erstellen

-Die erstellten Bilder in andere Dokumente einfügen zur Ausgestaltung bzw. Ergänzung von Texten

3.Textverarbeitung erlernen

-Texte schreiben und dabei die Benutzung der Tastatur trainieren

-Gestalten von Texten: Texte setzen, farbig gestalten, verschiedene Schriftgrößen und - arten wählen

-Objekte (Cliparts, Bilder aus dem Internet, Bilder mittels Scanner) in Texte

einfügen und diese somit attraktiv gestalten

4.Umgang mit dem Internet

-Zugang zum Internet kennen lernen

-Informationen suchen: Suchmaschinen für Kinder kennen lernen und nutzen (z.B. für sachunterrichtliche Themen)

-Bilder, Musik, Spiele und anderes aus dem Netz ziehen und nutzen

5.Umgang mit geeigneter Lernsoftware

-Anwendung zur Förderung mathematischer Kenntnisse, zum Üben von Rechtschreibung und

Grammatik u.a. (z.B. Lernwerkstatt, Blitzrechnen, Matheland, ...)

6.Gestaltung der Schul-Homepage

-Schreiben eigener Texte für die Schul-Homepage

-Fortwährende Aktualisierung der Homepage



Lehrerfortbildung


Zur Verbesserung der Unterrichtsqualität sollen regelmäßig Fortbildungen, die vom Kollegium generell für den Unterricht an der Herscheider Grundschule als wichtig angesehen werden, im Rahmen von SchiLF-Veranstaltungen oder pädagogischen Konferenzen durchgeführt werden. Darüber hinaus werden einzelne Kollegen, die sich zur Teilnahme an Fortbildungen entschließen, unterstützt, und zwar sowohl finanziell – zum teilweisen Ausgleich etwaiger Auslagen – als auch organisatorisch – zur Vermeidung von Unterrichtsausfällen. In Fachkonferenzen soll diskutiert und vorgeschlagen werden, welche Veranstaltungen den Erfordernissen an unserer Schule am ehesten entsprechen. Die Ergebnisse aus den Fortbildungen werden dem Kollegium regelmäßig im Rahmen der Lehrerkonferenzen mitgeteilt. Nach angemessenen zeitlichen Abständen soll überprüft werden, ob und inwieweit sich die Anwendung der in den Fortbildungen gewonnenen Erkenntnisse bzw. Kompetenzen im konkreten Unterricht bewährt hat.

 
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